Filmprojekt 16mm Film - Paris

Ende letzten Jahres hab ich mir eine Beaulieu R16 Filmkamera gekauft. Schön analog, keinen digitalen schnick schnack. Das heißt natürlich erstmal nachdenken und dann filmen. Kennt ja heutzutage so gut wie keiner mehr. Durch die digitalisierung ist das mittlerweile selbstverständlich einfach drauf loszufilmen oder zu fotografieren und sich dann erstmal das Material anzuschauen. Oh das Bild ist schief, egal ich kann noch eins machen, hab ja nicht umsonst eine 32Gb Speicherkarte. Das Bild ist zu dunkel, ja und wofür gibt es eigentlich Bildbearbeitungsprogramme, die Hersteller müssen ja auch von etwas leben. Das gleiche gilt natürlich auch beim filmen. Davon wollte ich weg, natürlich nicht komplett. Zum arbeiten benutzte ich nur digitalen schnick schnack. Aber ich wollte mal einen richtigen Film "drehen". Also hab ich angefangen zu suchen. Ist gar nicht so einfach, vorallem wenn man sich nicht auskennt. Als erstes sollte die Kamera natürlich auch cool aussehen, aber eigentlich sehen alle alten Film- und Fotokameras schön aus. Als ich mich auf ein Modell geeinigt habe, welches mir gefällt und ich auch noch bezahlen konnte, gings an die Suche. Auf Youtube hab ich dann ein Video endeckt, wo ein alter Opi in seinem kleinen Musuem stolz seine Sammlung präsentiert. Ein Weile musste ich schon suchen, aber da wurden auch Kameras verkauft die in einem echt schlechten Zustand waren, ohne Akku, total vergamelt und immer mit der Beschreibung: "Hab die Kamera auf dem Dachboden meiner Großeltern gefunden, kann aber zu dem Zustand nichts sagen da ich mich nicht auskenne". Der Beschreibung sollte man vorsichtig sein. Nichtsdestotrotz hatte ich endlich eine gefunden die in einem echt guten Zustand war, mit Zubehör, einer Beaulieutasche und sogar mit der Originalrechnung vom 19.03.1971. Die Bealieu R16 hat damals 4730 DM gekostet, für damalige Verhältnisse ein sehr stolzer Preis. Gekauft wurde die Kamera damals von einer Firma, die es heut sogar immer noch gibt, so wie auch der Photohändler der die Kamera verkauft hat. Ja die Kamera hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, kann aber dafür eine Geschichte erzählen.

Zurück zum Thema. Kamera gefunden, gekauft und bekommen. Wow, das Ding hat echt Gewicht und vorallem sieht sie schön aus. Aber darum gehts ja nicht, oder besser gesagt nicht nur. Als erstes hab ich den 44 Jahren alten Akku aufgeladen. Zwischenzeitlich hat das Ladegerät etwas geraucht, da hat ich schon ein komisches Gefühl. Ist ja eigentlich nicht so gut wenn Elektrogeräte anfangen, vor sich hin zu qualmen. Nach einer ewigkeit an Stunden Ladezeit, kam zumindest für mich, die Premiere. Akku angeschlossen, funktioniert nicht. Super, das macht spaß. Kaufst dir irgendeine alte Kamera von der du keine Ahnung hast, gibts mehrere Hundert Euro aus und dann funktioniert die nicht. Wie sich ja jeder denken kann, hatte ich kein 14-tägiges Rückgaberecht. Aber ich hab mich nicht unterkriegen lassen, hab den Verkäufer kontaktiert, der hat gemeint das bei ihm der Akku funktioniert hat. Da aber der Akku schon ein gewisses Alter erreicht hat und die Technik vor 40 Jahren nicht ganz so gut war wie heute, musste ich mir einen neuen Akku kaufen. Aber find mal einen Akku, der an diese Kamera passt. Soviel Nachfrage wird da auch nicht sein. Also hab ich im Internet gesucht und tatsächlich, es gibt noch ein paar Seiten die Zubehör für genau dieses Modell anbietet. Ein originaler Nachbau hätte mich aber knapp 400€ gekostet. Als hab ich mich für die günstigere Variante entschieden, die nebenbei so gar noch länger hält. Also wieder fast das gleiche, gefunden, gekauft, bekommen und angeschlossen. UND..... Ja es hat funktioniert die alte Kamera hat schön gesummt. Da war ich dann auch erleichtert und jetzt Filme bestellen. Dann kommt aber die Frage, was soll ich den jetzt filmen. Auf einen 16mm Film, der 30,5m lang ist passen aber nur 2 Minuten drauf. Ist nicht besonders viel. Also kommen wieder zum Thema, erst nachdenken und dann filmen. Meine Frau und ich hatten einen kleinen Kurzurlaub in Paris geplant. Das ist doch mal eine Kulisse für meinen ersten Filmtest. Also ging es Anfang Dezember nach Paris, die Kamera hab ich natürlich mitgenommen und zusätzlich noch ein Einbeinstativ. Boah, das war ein geschleppe. Ich bin ja jetzt nicht so der Fan, im Urlaub mit vollen Taschen rumzulaufen, aber was tut man nicht alles. Normalerweise hab ich immer eine kleine Analoge Kamera dabei mit der ich Fotos mache, mehr nicht. Zuhause angekommen, hab ich mich erstmal informiert was mich der Spaß kosten würde, Entwicklung und Digitalisieren. Entwicklung war gar nicht so teuer, den genauen Preis hab ich leider nicht mehr im Kopf. Aber digitalisieren lassen ist nochmal was ganz anderes, da hatte mir der erste Anbieter gesagt unter 100€ wird das nix. Okay. Aber das sind doch nur 2 Minuten auf der Filmrolle. Da muss ich sagen war mir das etwas zu teuer. Also hab ich im Internet nach anderen Anbietern gesucht und auch einen gefunden. Bei dem hätte ich nur knapp 10€ gezahlt, da man aber bei der Firma einen kostenlosen Probeauftrag machen kann, wo der Film maximal nur 3 Minuten lang sein darf, hab ich gedacht, alles klar, nehm ich. Also hab ich nur Versandkosten bezahlen müssen. UND.... Endlich die E-Mail kam, wo ich die Videodatei herunterladen konnte. Die ganze Warterei und Ungewisseheit ob der Film überhaupt was geworden ist hatte endlich ein Ende. Den Countdown und die Musik hab ich noch hinzugefügt, aber sonst hab ich daran nichts verändert.

 

Also, mir gefällt es. Was sagt ihr dazu?

Die größeren Bilder wurden mit einer Leica R6 gemacht. Natürlich analog. :-)

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